Gemeindekonzeption

Die Bibel hat für die Gemeinschaft der Menschen im Glauben verschiedene Bilder gefunden. Vom Apostel Paulus ist uns das Bild des Leibes Christi überliefert (1. Korinther 12, 12). Mit den Worten "Ihr seid das Licht der Welt" (Matthäus 5, 14) aus der Bergpredigt werden Christinnen und Christen dazu aufgefordert, als "Kinder des Lichts" (Epheser 5, 8) Christus zu bezeugen und das Reich Gotte zu verkünden. Die Kirche steht unter der Verheißung der Gegenwart Christi bis ans Ende der Welt. Bis dahin hat sie den Auftrag, mit ihren Gaben und Möglichkeiten allen Menschen das Evangelium zu verkünden, sie zur Gemeinde Jesu Christi zu sammeln, Sünden zu vergeben und von daher für das Leben aller Menschen in den Konflikten und Nöten der Gesellschaft verantwortlich einzutreten. Diesen Auftrag soll sie so wahrnehmen, dass dabei die verschiedenen Grunddimensionen der Kirche zum Tragen kommen:

Zeugnisgemeinschaft, damit Menschen dem Evangelium in ihrem persönlichen Leben begegnen können,

Gottesdienstliche Gemeinschaft, um Gott zu loben, seine Nähe zu den Menschen zu verkünden und untereinander zu feiern,

Dienstgemeinschaft, um Menschen mit Wort und Tat, mit Schutz und Hilfe beizustehen,

Kommunikationsgemeinschaft, um ein Ort gegenseitiger Annahme und christlicher Anteilnahme zu sein, in der die Würde jedes Einzelnen respektiert wird.

So wird die Gemeinde zum

"Haus der lebendigen Steine"

(1. Petrus 2, 1-10).

Dieses Bild haben wir uns zum Leitbild gewählt.

Aufgaben

Den Menschen das Evangelium nahe bringen

Die Kirche hat die gute Botschaft von Jesus Christus zu verkünden. Zu diesem missionarischen Auftrag gehört es, christliche Überzeugungen zu vermitteln, dass Menschen darin eine persönliche Relevanz für ihr eigenes Leben entdecken können. Voraussetzungen dafür sind die Kenntnis gegenwärtiger Lebensverhältnisse und das Gespräch mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die religiös auf der Suche sind oder der Kirche distanziert gegenüberstehen.

Rituelle und festliche Begleitung an den Eckpunkten des Lebens

Die meisten Menschen kommen mit der Kirche an den Schwellensituationen und Knotenpunkten des Lebens in Kontakt. Es zeigt sich, dass mit dem Verschwinden religiöser Symbole oft auch der Verlust menschlicher Würde im Erleben, Feiern oder Verarbeiten existenzieller Grundsituationen einhergeht. Für die evangelische Kirche ist es darum eine wesentliche Aufgabe, durch rituelle Formen, festliche Angebote und würdige Gestaltungen der Gottesdienste den Menschen mit den texten, Symbolen und Einsichten des christlichen Glaubens zu helfen und zu trösten, ihre Krisen, Höhepunkte und besonderen Zeiten im Leben zu bewältigen, zu feiern oder zu verarbeiten.

Seelsorge und Beratung

Seelsorge qualifiziert sich dadurch, dass sie dem einzelnen Menschen, seinen Lebensentwürfen und seinen Fragen vorurteilsfrei begegnet und ihm bei der Suche nach den für seine Situation angemessenen Lösungen Orientierung anbietet. Seelsorgliches Profil heißt dabei auch, krankmachende Strukturen deutlich zu benennen und sich an ihrer Veränderung zu beteiligen.

Religiöse Bildung

Für eine Mehrheit entscheidet sich das Verhältnis zu Religion und Kirche während der Kindheit und Jugend. Im Blick auf die Zukunftsfähigkeit der Kirche ist es unbedingt notwendig, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ins Zentrum zu rücken. Der Weg zum Glauben ebenso als Bildungsaufgabe verstanden werden wie das Wachsen und Bleiben im Glauben, damit Christinnen und Christen den Grund ihres Glaubens und ihre Hoffnung bezeugen können.

Diakonisches Handeln

Diakonie ist ein zentrales, unverzichtbares Handeln der Kirche. Der sozialen Kälte will die Kirche durch eine Kultur des Helfens ein warmherziges, einfühlsames Mitgehen mit Benachteiligungen führen, kritisch aufdecken und an ihrer Überwindung mitarbeiten.

Gesellschaftliche Verantwortung und Weltverantwortung

Das Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zeigt sich im bewussten Umgang mit Energie und Rohstoffen in Gemeindehäusern und Bauvorhaben. Die Entwicklungen in Medizin und Biologie stellen neue Fragen an den verantwortlichen Umgang mit Leben und Sterben. Kirche vor Ort kann sich nicht auf sich selbst zurückziehen. Sie braucht Kontakte zu Kommunen, Arbeitswelt, Presse und Politik, wenn sie nicht an den existenziellen Fragen vieler Menschen vorbei leben will.

Ökumenische Beziehungen

Die Kirche ist ihrem Wesen nach ökumenisch, auf weltweite Gemeinschaft angelegt. Zugleich muss aber auch der Abbau der theologischen und organisatorischen Trennungen zwischen den Kirchen auf der Tagesordnung bleiben. Gott ist größer als alle menschlichen Gotteskenntnis. Deshalb muss die Kirche auf der gegenseitiger Achtung den Dialog der Religionen suchen und um der Menschen willen konkrete Formen der Zusammenarbeit vereinbaren. Der Dialog wird aber nur dann ernsthaft geführt, wenn dabei die eigene Identität erkennbar wird.

Priestertum aller Gläubigen

Die Kirche lebt von der Mitarbeit ihrer Mitglieder. Nach reformatorischem Verständnis sind die Christinnen und Christen durch die Taufe dazu berufen und ermächtigt, die Aufgaben der Kirche selbst zu übernehmen, zu beraten und zu entscheiden. Dabei sind die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein großer Schatz der Kirche.
Die Menschen wollen ihre Gemeinde als Heimat erleben, sie wollen eingeladen, angesprochen, gefragt und willkommen geheißen werden.
Das besondere "Profil" einer Gemeinde wird sich vorrangig an den Gaben ausrichten, die den Gliedern dieser Gemeinde verliehen sind und die durch wechselseitige Ermutigung geweckt und in Anspruch genommen werden. Aufgabe der Pfarrerinnen und Pfarrer wie andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird es sein, solche Gaben zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen.

Die Planung von Vorhaben der Gemeinde wird sich an den Gaben orientieren, die sich wecken und in Anspruch nehmen lassen.

Kontakt

Evangelische Kirchengemeinde Eschweiler Gemeindebüro

Adresse:Moltkestraße 3, 52249 Eschweiler
E-Mail: eschweiler@ekir.de

Telefon:02403 - 22 57 0
Fax:02403 - 22 57 2

Weitere Kontakt-Informationen ImpressumDatenschutz